Schmiedgasse 2 - Der Gemeinderat schafft Transparenz

Nachdem bereits verschiedene Medien über den Brandfall an der Schmiedgasse 2 berichtet haben, möchte nun auch der Gemeinderat transparent über den Sachverhalt informieren. 

Fakt ist, dass das Grundstück bzw. die Umgebung an der Schmiedgasse in Knonau im Juli 2015 nach einem fast 2-jährigen Verfahren durch die Gemeinde in Form einer Ersatzvornahme geräumt wurde. Dieser massive Eingriff in Privateigentum war notwendig, da der Grundeigentümer jahrelang sämtliche Abmachungen und Versprechungen missachtet und die Situation durch seine Handlungen stetig verschlimmert hat. Es ging daher darum, einen unrechtmässigen Zustand in einen rechtmässigen Zustand zu überführen, was nach der Räumung offensichtlich auch realisiert werden konnte. Der administrative und operative Aufwand war insbesondere für die Verwaltung immens. Die Kosten wurden- ebenfalls nach einem jährigen Rechtsstreit - als Pfandrecht sichergestellt.

Nachdem schnell klar wurde, dass der Grundeigentümer sich auch nicht an die Vorgaben der Stammverfügung hielt, namentlich daran, dass nach der Räumung keine weitere Deponie entstehen darf, hat der Gemeinderat eine erneute Räumungsverfügung, welche wiederum durch sämtliche Gerichtsinstanzen gehen musste, erlassen. Diese ist nun ebenfalls rechtskräftig geworden.

Die Situation nach dem Brandfall vom 20. Juli 2017 hat sich natürlich dramatisch verändert. Nicht nur, dass die Gemeinde das älteste, denkmalgeschützte Gebäude in einer Nacht verloren hat, sondern auch die Tatsache, dass der Grundeigentümer nun nicht bereit ist, die Brandruine abzutragen und die Umgebung entsprechend wieder instand zu setzen. Die Liegenschaft ist verloren, zum Glück ohne Personenschäden und nur aufgrund des unermüdlichen Einsatzes der Feuerwehrkräfte. Die Brandruine liegt nun brach und generiert einen üblen Geruch. Zudem wird das Ortsbild damit natürlich massiv negativ beeinträchtigt und es müssen immer wieder verschiedene Störungen betreffend Verkehrssicherheit und Lärm registriert werden.

Der Grundeigentümer ist offenbar nicht in der Lage, selbständig eine notwendige Räumung anzuordnen. Eine erneute Räumung durch die Gemeinde, wiederum in Form einer Ersatzvornahme, wäre jedoch nicht nachhaltig. Es muss davon ausgegangen werden, dass in kürzester Zeit das Grundstück wiederum voll mit Unrat vollgepackt würde. Vielmehr werden nun auf betreibungsrechtlichem Weg die Räumungskosten aus dem Jahr 2015 eingefordert. Bereits haben sämtliche Gerichtsinstanzen die definitive Rechtsöffnung gutgeheissen, so dass ein entsprechendes Verwertungsbegehren (Betreibung auf Verwertung) gestellt werden konnte. Der Gemeinderat ist der Auffassung, dass eine Verwertung des Grundstücks nachhaltiger und nicht nur zum Vorteil gegenüber der Gemeinde ist, sondern auch gegenüber dem Grundeigentümer selbst, welcher offensichtlich durch seine Krankheit überfordert ist, Entscheidungen betreffend seinem Grundstück zu fällen.

Parallel dazu und weil bekannt ist, dass das Verwertungsverfahren einige Monate Zeit in Anspruch nehmen wird, hofft der Gemeinderat, dass die Berufsbeistandschaft ihren Verpflichtungen nachkommt und dafür sorgt, dass sich der Grundeigentümer nicht noch einen grösseren finanziellen Schaden zufügt.

Fazit: Der Gemeinderat setzt alles daran, dass das Grundstück an der Schmiedgasse wieder in einen rechtmässigen Zustand versetzt wird. Wenn dies nicht durch den Grundeigentümer selber erfolgen sollte, ist die Berufsbeistandschaft in der Pflicht, entsprechende Massnahmen zu treffen. Es muss zwingend und so schnell als möglich dafür gesorgt werden, dass sich der Grundeigentümer nicht noch einen grösseren finanziellen Schaden zufügt, welcher dann von der Öffentlichkeit ausgeglichen werden müsste. Die Gemeinde selber wird vorerst keine weitere Gesamträumung durchführen. Lediglich punktuell werden Massnahmen ergriffen, wenn es darum geht die Verkehrssicherheit sicherzustellen oder wenn der Grundeigentümer öffentliche Flächen in Anspruch nimmt (gesteigerter Gemeingebrauch). Die Anwohner rund um das betreffende Grundstück werden um Verständnis gebeten.

Der Gemeinderat Knonau


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